ausser betrieb ¦ ferien

Samstag, 19. April 2008

ausser betrieb ¦ ferien

gap

So nun ist der Thurbo-Sam wieder im Lande. Die letzten Tage mal wieder so richtig entspannen hat echt gut getan. Endlich mal nicht immer der Arbeit nachstudieren. Endlich den Alltag hinter sich lassen.

Nachdem letzten Samstag erst mal noch etwas Freiwilligenarbeit beim VES angesagt war - wir säuberten den deutschen Streckenabschnitt - ging es am Sonntagmorgen los in Richtung Frankreich.

Sonntag:
Kurz nach 9 Uhr verliess ich das Haus um mich auf den Weg zur Bushaltestelle zu machen. Nach einer Fahrt mit dem Bus und einem THURBO-GTW stieg ich kurz vor 10 in Winterthur in den InterCity nach Genf. Gut 3 Stunden später kam ich dann auch dort an.

Ich wahr schon ewigs lange nicht mehr in Genf. Das letze Mal liegt sicher 5 Jahre oder länger zurück. Ich musste mich erst mal orientieren, wo ich nun war und wo die Trams fuhren. Ich bestieg nun also ein Tram in Richtung Französischem Bahnhof, stieg dann aber nach etwa fünf Stationen wieder aus und nahm die gleiche Linie in die Gegenrichtung und landete zehn Minuten später wieder am Gare Cornavin. Langsam wurde es Zeit den Perron aufzusuchen. Doch erst mal musste ich durch den Zoll, wo man auf der Französischen Seite meine ID sehen wollte. Naja egal, dann wollen sie die Plastikkarte halt anschauen...

Auf dem Perron fand sich eine Handvoll Leute ein, die wie ich den Zug in Richtung Valence stiegen. Pünktlich fuhr der Dieselzug los. Ich wunderte mich über das gleichmässige Geräusch des Motors. Ich war mir das nicht gewohnt, da viele Dieselzüge (z.B. bei der Deutschen Bahn) oft ungläuchmässig aufheulen und "lärmen".

Via Culoz und Aix-les-Bains ging es nach Grenoble. Dort habe ich mich erst mal ein wenig in der Stadt umhergesehen. Schöne Trams gibt es hier:

Tram_Grenoble1

Ich setzte aber lieber auf meine Füsse, da erstens mein Aufenthalt hier zeitlich beschränkt war und zweitens mochte ich mich nicht durch das hiesige Tarifsystem kämpfen. Ich schlenderte durch die Gassen der Stadt und kaufte mir ein Eis, welches angesicht des warmen Wetters durchaus angebracht war. Frühzeitig machte ich mich aber wieder auf den Weg zum Bahnhof um ja nicht den Zug zu verpassen. Hier musste ich erst mal herausfinden, wie diese gelben Billettstempelentwerterautomaten mit dem nervigen "pieeeeeep" funktionieren. Denn wenn man das Ticket nicht ganz am linken Rand in die Maschine steckt motzt diese.

Mein Zug über den Col de la Croix-Haute fuhr ab dem hintersten Perron und bestand aus fünf Corrail-Wagen und einer Diesellok. Der Zug fuhr erst im Talboden, schlängelte sich dann aber über diverse Brücken und Tunnels den Berg hinauf auf knapp 1200 Meter. Mit der Zeit leerte sich der Zug immer mehr und am Schluss waren nur noch wenig Leute im Wagen zu sehen.

Bis dahin lief alles sehr gut. Doch es sollte wohl nicht so enden, denn kurz vor Veynes-Devoluy kam eine Ansage, der Zug verkehre nicht weiter, wir hätten auf einen Bus umzusteigen. Ich sah bereits in Grenoble eine entsprechende Information, schnenkte dieser aber keine grosse Bedeutung, da bisher niemand Andeutungen machte, dass der Zug nicht bis an seinen Fahrplanmässigen Zielbahnhof fuhr. Auf jeden Fall musste ich das letzte Stück per Bus zurücklegen und benötigte für die Strecke, die der Zug in 25 Minuten schafft, ganze 50 Minuten. In Gap wurde ich dann von meinem Vater empfangen, der bereits eine Woche vorher mit dem Auto hierher fuhr.

Nach einer kleinen Stärkung ging es mit dem Auto weiter nach Tallard wo wor unser Appartment hatten.

Ticket1


Montag:
Es regnete, als ich erwachte. Nichts mehr von der Sonne vom Vortag. Heute war nichts mit fliegen. Die Motoren der Schleppflieger blieben kalt, die Segelflieger in ihren Anhängern.

Wir machten uns nach dem Morgenessen dann trotzdem auf den Weg nach Gap um die Gegend zu erkunden und zu schauen, wo es Parkplätze in der Nähe des Bahnhofs hat.

In einem Schuhladen mit mindestens 10'000 Paar Schuhen fand ich dann die Sicherheitsschuhe, die ich für meine Tätigkeit als Zugbegleiter bei der Dampfbahn benötige. EN-Norm S3 - 12 cm hoch, Ölfest, Gleitschutz, Stahlkappe, etc. Ich hätte gerne gleich noch ein paar Turnschuhe gekauft, jedoch hatte es nichts was an meine Füsse passte. Also gingen wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen und schauten uns im Bau + Hobbymarkt um, ob es hier was tolles zu kaufen gibt. Doch Fehlanzeige!

Den Nachmittag verbrachte ich mit Lesen und herumfaulen :)


Dienstag:
Der grosse Reisetag stand an. Ich machte mich bereits um 07.30 ans Frühstück um sicher den 9-Uhr Zug zu erreichen. Es stand noch eine mind. 15-Minütige Autofahrt (ohne grossen Verkehr) sowie eine Parkplatzsuche in einer mir fremden Stadt an. Fast eine dreiviertel Stunde war ich zu Früh am Bahnhof. Doch eigentlich war das egal, da es hier viel zu entdecken gab.

Pünktlich kam mein Zug im Bahnhof angerollt und ich konnte meine Fahrt beginnen. Die Route: Gap - Marseille - TGV - Valence - Gap. Als Fahrzeug hielt ein viertieliger Dieselbetriebener AGC hin. Jetzt konnte ich auch das fehlende Stück vom Sonntag mit

dem Zug befahren und musste diesmal nicht auf den Bus ausweichen.

AGC_Marseille

Durch eine wunderschöne Gegend fuhr der Zug mal langsamer, mal schneller immer Richtung Süden. Etwa alle 20 Minuten legten wir einen Halt ein. Viele Bahnhöfe wurden jedoch einfach ohne Halt durchfahren. Da vielerorts Kreuzungen nur in Bahnhöfen möglich sind, da Doppelspurinseln fehlen, wartete mein Zug an einigen Bahnhöfen fahrplanmässig bis zu zehn Minuten auf den Gegenzug (Anmerk. des Bloggers: Französische Fahrpläne....). Auf dem Abschnitt von Aix-en-Provence nach Marseille finden zur Zeit grössere Bauarbeiten statt, weshalb fast alle Züge zwischen den beiden Städten durch Busse ersetzt wurden. Mein Zug war einer der wenigen, welche über eine Güterstrecke umgeleitete wurden. So konnte ich mir eine mühsame Busfahrt ersparen.

In Marseille hatte ich fast 4 Stunden Aufenthalt, die ich unter anderem für eine Fahrt mit auf dem Metro- und Tramnetz brauchte, andererseits auch zum durch die Gassen und Strassen (welche leider fast alle nicht autofrei waren) schlendern. Am alten Hafen bliess ein so starker Wind, dass es mir fast unmöglich war, mein Glace zu essen.

Tram_Marseille1

Brunnen_Marseille

Stunden später bestieg ich in Marseille den Duplex-TGV und fuhr damit bis Valence TGV Rhône-Alps Sud. Der Bahnhof liegt total in der Prärie auf einem Eisenbahnkreuz. Zudem fahren Busse in die Stadt. Viele TGV fahren hier jedoch mit 320km/h durch den Bahnhof. Um dies zu ermöglichen, müssen jeweils nach Abfahrt des TGV alle Personen den Perron verlassen. Zudem hat es zwischen dem Gleis mit Perronkante und Durchfahrtsgleis eine hohe Schutzwand. Der Bahnhof ist eigentlich noch relativ neu, doch bereits wird wieder daran herumgewerkelt und gebastelt.

Eine Stunde Aufenthalt hatte ich hier. Diese nutzte ich um den genauen Ablauf des Betriebs zu studieren und am Kiosk neue Fressalien zu erwerben ;) Danach ging es mit einem zweiteiligen Dieselzug weiter über Valence-Vill - Die nach Gap. Diesmal ohne nervige Busfahrt ab Veynes.

Ticket2

Valence_TGV


Mittwoch:
Die Sonne wollte nicht so recht durch die Wolken drücken, deshalb verschob ich mein ursprüngliches Programm auf den Donnerstag und machte mich stattdessen auf den Weg nach Briancon. Das ist ein schmukes kleines Städtchen in den Bergen nahe der Grenze zu Italien. Unten im Tal steht der Bahnhof und ein Gewerbegebiet, etwas erhöht liegt die Stadt mit ihren alten Festungsmauern.

Briancon3

Briancon2

Briancon1

Die Stadt war zu dieser Jahreszeit total ausgestorben. Ich war neben einer Handvoll weiteren Touristen alleine auf weiter Flur.

Da ich bei der Hinfahrt mit einem Bus vorlieb nehmen musste (wieder die angeblichen Bauarbeiten....) zielte ich bei der Rückfahrt auf eine Zeit, zu der ganz sicher ein Zug fuhr. Der kam dann auch eine halbe Stunde vor Abfahrt in den Bahnhof eingefahren. Ich hatte genügend Zeit um das Innere des Zuges fotographisch festzuhalten, was mir bisher nie gelungen ist, da immer störende Leute im Bild zu sehen waren.

Ticket3


Donnerstag:
Wieder war der Himmel bewölkt, als ich aufstand. Wenig später begann es auch noch zu regenen wie aus Kübeln. Dieser Regen war aber nur von kurzer Dauer, so dass ich kurz nach dem Mittag mit dem Auto Richtung Gap fuhr und den restlichen Nachmittag mit Fotographieren (so gut es ging bei dem bedeckten Himmel) verbrachte.

AGC_La-Freisinhouse

Walfisch_La-Freisinhouse1

Am Abend assen wir noch etwas kleines und packten anschliessend unsere sieben Sachen zurück in den Koffer um am Freitag früh abreisen zu können.


Freitag:
Um halb sieben war tagwach. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir um sieben Uhr los

Richtung Heimat, wo wir nach knapp neun Stunden Fahrzeit ankamen.


Von dem vielen Bahnfahren bleibt mir wohl noch einige Zeit SNCF-Jingle (mp3, 14 KB) Geräusch im Ohr hängen.

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thurbosam - 12. Feb, 19:48

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